ICH HABE BROT GEBACKEN!

Klingt fast ein bisschen wie „ich habe Feuer gemacht“ aus „Cast away“ mit Tom Hanks.

Euphorisch um den Backofen gehüpft bin ich aber nicht.
Gefreut hab‘ ich mich trotzdem.
Mein Brot sah aus wie ein Brot – und hat auch so geschmeckt

Der Teig:
Einen Sauerteig selber anzusetzen, das war so überhaupt keine Option. Fertigen kaufen ebenfalls nicht.
Also habe ich mich für Hefeteig entschieden. Schon alleine für diesen schönen Erfolgs-Moment, wenn man das Tuch von der Schüssel nimmt, nachdem der Teig einige Zeit gegangen ist.
Ich freu mich immer wie ein kleines Kind, wenn mein Hefeteig schön aufgeht. So einfach bin ich also glücklich zu machen.

Die Story:
Ich habe mich aber nicht zum ersten Mal ans Brotbacken gewagt, nein, auch in den letzten Jahren, hatte ich immer wieder mal Lust darauf. Aber leider haben mich meine Ergebnisse nie so besonders überzeugt, eigentlich fast immer etwas enttäuscht, so dass keine weiteren Versuche unternommen wurden.
Mein aktueller Back Versuch entstammt der Frustration, dass meine geliebten Aufbackbrötchen zu viel Zucker enthalten und bei den frischen Broten aus der Bäckerei keine Angaben gemacht werden konnten, wieviel Zucker da eigentlich wirklich drin ist.
Lösung… einfach selber machen.
Aber auch mein Rezept kommt nicht ganz ohne Zucker aus. Eine Prise davon geht in die Hefe-Wasser-Mischung.
Die Tatsache, dass ich auch zu Zucker greife, habe ich mit dem Gedanken „dafür habe ich aber nur Dinkel-Vollkornmehl und kein Weizenmehl verwendet“ wettmachen wollen.
Ähm, was soll ich sagen. Ich hab‘ am Ende doch einen Teil Weizenmehl dazu gemischt.
Dann bin ich in Sachen Brot einfach mal nicht päpstlicher als der Papst.

Was mich bei den Brot-Versionen der letzten Jahre immer wieder gestört hat, war schlichtweg der nicht existierende Geschmack. Ich war aus irgendeinem Grund naiv genug zu denken, dass ich dem Brot nur mit Zugabe von beliebigen Körnern Geschmack verleihen könnte.
Ha, weit gefehlt. Der Gedanke, dass ich einfach mal Gewürze verwenden könnte, lag ganz weit weg. Aber so was von gaaaanz weit weg, dass ich heute gar nicht mehr verstehe warum. Doof.
Egal, doof hab ich überwunden und bin zum geringfügig-schlau übergegangen.
In so einer geringfügig-schlau-Phase hab ich einfach mal mein Gewürz-Schränkchen durchsucht und an allem geschnuppert, was als potenzielles Brotgewürz in Frage käme.

Bei meiner Schnüffel-Recherche bin ich zu folgendem Ergebnis gelangt: Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander und Rauchsalz (normales Salz aber auch) Die Portion geschmackloser Körner durfte dabei natürlich nicht fehlen. Kürbiskerne sind hier meine favourites.
Da musste ich aber nicht schnüffeln, das wusste ich bereits.

Die Zutaten:
600 gr Dinkelvollkornmehl
250 gr Weizenmehl
500 ml laufwarmes Wasser
2 Würfel Hefe
1 Prise Zucker
Salz
Rauchsalz
Koriander
Kümmel
Kreuzkümmel
und Kürbiskerne nach Belieben

Die Zubereitung

  • Die beiden Hefewürfel im lauwarmen Wasser (inkl. Zucker) auflösen
  • Mehl-Mischung samt Brotgewürze langsam in das Hefewasser geben

(Nachdem ich mit einer Küchenmaschine arbeite, gestaltet sich die peu à peu-Zugabe des Mehls etwas komfortabler. Ich lasse den Knethaken auch schon seine Arbeit aufnehmen, sobald der erste Mehlstaub aufs Wasser trifft.)

  • Alles gut durchkneten (lassen).

(Wenn sich der Teig während des Knetens immer wieder vom Schüsselrand löst, sind wir auch schon fast so weit, ihn in den Ofen zu geben. Ich prüfe vorher noch kurz die Konsistenz des Teiges. Sollte er zu klebrig sein, kommt noch ein bisschen Mehl dazu. Das Mehl aber vorsichtig dosieren. Sobald der Teig zu viel Mehl abbekommen hat, hielt sich der „Aufgeh“-Erfolg bei mir immer in Grenzen. Lieber beim späteren Kneten per Hand, die noch fehlende Mehl-Menge dazugeben.)

  • Den Teig abgedeckt für ca. eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

(bei mir kommt die Schüssel einfach in den Ofen, den ich vorher ein paar Minuten auf 50 Grad hatte)

  • Wenn er schön aufgegangen ist, wird er nochmal per Hand auf einer bemehlten Unterlage durchgeknetet. Man könnte sagen, er wird immer von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben geklappt. Falls der Teig noch klebt, einfach ein bisschen Mehl dazugeben.
  • Jetzt kommen auch die Kürbiskerne dazu.
  • Dann den Teig auf ein Backblech geben. Entweder ohne Form oder in einer Form eures Vertrauens.

(Ich greife hier mittlerweile auf meinen Backring zurück. Das hält mein Brot in Schacht (und Form.))

  • Den Teig in der Form nochmal kurz stehen und gehen lassen, während der Ofen auf 200 Grad vorheizt.
  • Dann noch ein Gefäß mit Wasser in den Ofen stellen. Das soll wohl eine schöne knusprige Kruste erzeugen und das Brot vor dem Trockentod schützen.

(scheint auch zu funktionieren, da mein Brot nicht trocken, die Kruste dafür aber schön knusprig ist)

Das Brot wird dann bei 200 Grad für etwa eine Stunde gebacken. Wenn du nach den 50- 60 Minuten auf die Unterseite deines Brotes klopfst und es hohl klingt, ist es fertig. Also raus aus dem Ofen und noch kurz mit kaltem Wasser bepinseln.

(Etwas) auskühlen lassen und genießen. 😍

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